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Zeit der Franken

In der ersten Hälfte des 5. Jahrhunderts bereiteten die Franken der römischen Herrschaft westlich des Rheines ein Ende. Sie teilten das von den Römern eroberte linksrheinische Gebiet in Gaue ein. Mahlberg gehörte zum Ripuariergau, der das Quellgebiet der Erft und Ahr, also den mittleren Teil des heutigen Eifelgebirges umfaßte. Er wurde unter anderem umgrenzt vom Ahr- und Bitgau. Jedem Gau stand ein Gaugraf als Statthalter des regierenden Königs vor. Die ältesten bekanntesten Gaugrafen des Eifelgaues waren die von Are, deren Stammschloß in Altenahr stand. Der Gaugraf hatte für Ruhe und Ordnung zu sorgen, führte vor Gericht den Vorsitz und bot im Kriege den Heerbann auf. Die Gaugrafen waren Beamte des Reiches. Sie konnten versetzt und entlassen werden. Ihre Stelle war nicht erblich.

Die Gaue waren gegliedert in Honschaften; Mahlberg war Teil einer solchen Honschaft. Der Name Honschaft war entstanden aus der heeresmäßigen Gliederung der germanischen Stämme in Hundertschaften, unter die das eroberte Land aufgeteilt worden war. Unter der Frankenherrschaft verlor der Name seine zahlenmäßige Bedeutung und wurde ein rein geographischer Begriff.

In den eroberten Ländern hatten die Heerführer der Franken die vielen herrenlosen Staatsgüter in Besitz genommen. Sie verschenkten davon Ländereien an ihre Krieger für die geleisteten Dienste als erbliches Besitztum. Von den weitläufigen Besitzungen, die sie nicht selbst bewirtschaften konnten, gaben sie Land an ihre Gefolgsmänner ab. Es wurde ihnen nur geliehen und hieß darum Lehen. Den Empfänger nannte man Vasall. Blieben die Vasallen ihrem Lehnsherren treu, so behielten sie das Lehen lebenslänglich und genossen auch deren Schutz. Unter den schwachen Nachfolgern Karls des Großen fanden die Gaugrafen Gelegenheit, ihre Macht auszudehnen und ihre Rechte zu vermehren. Sie sahen das ihrer Verwaltung unterstellte Gebiet schließlich als ihr Eigentum an und verteilten es unter ihre Nachkommen. Oft wurden auch Lehen an Kirchen und Klöster vergeben, deren Besitz durch die frommen Stiftungen wesentlich vermehrt wurde. Dadurch erhielten die Würdenträger der Kirche auch weltliche Machtbefugnisse. Schließlich entstanden aus den Gaugrafschaften im 10. Jahrhundert Grafschaften, die nicht mehr ein so geschlossenes, zusammenhängendes Gebiet umfaßten. Die neuen Grafen erweiterten ihr Gebiet einerseits durch Erbschaften, andererseits durch den Erwerb von Kirchenvogteirechten, mit denen sie sich von Bischöfen und Äbten belehen ließen, die aber schließlich völlig in den staatlichen Besitz der neuen Grafschaften übergingen. In unserer Gegend gab es mehrere Jahrhunderte hindurch eine ganze Reihe solcher neuer Grafschaften und Honschaftsbezirke. Viele dieser Territorien in der Nordeifel kamen durch Kauf, Verpfändung, Erbschaft, Schenkung aber auch durch Kampf entweder an die Kurfürsten von Köln oder an die Grafen von Jülich.

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Web    mahlberg.info

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