Herzogtum Jülich
Den größten Teil der Nordeifel brachte der Graf von Jülich im 13. Jahrhundert unter seine Herrschaft. 1356 wurde die Grafschaft Jülich zum Herzogtum erhoben. Das Herzogtum Jülich gliederte sich in verschiedene Ämter, die eine viel größere Ausdehnung als die heutigen Gemeinden hatten. Mahlberg gehörte zum Amt Münstereifel, in dem es mit Schönau und Langscheid ein Untergericht bildete. An der Spitze des Amtes stand ein Vogt, der im Auftrage des Herzogs regierte. Der Vogt unseres Gebietes wohnte auf der Münstereifeler Burg.
Der Herzog von Jülich erlangte im Laufe der Jahrhunderte einen großen Machtzuwachs. Mit Jülich vereinigt wurden: Das Herzogtum Berg (1380) mit der Hauptstadt Düsseldorf, das Herzogtum Kleve (1511) ferner Mark und Ravensberg. So war im Nordwesten Deutschlands ein Staat entstanden, der alle Nachbarstaaten weit überflügelte. An Ausdehnung, Fruchtbarkeit, Bodenschätzen, Reichtum und Gewerbefleiß gehörte es zu den wichtigsten deutschen Fürstentümern. Nach dem Urteil eines Zeitgenossen fehlte ihm zum Königreich nur der Name.
Der Staat blieb jedoch nicht lange in dieser Größe bestehen. Zu Anfang des 17. Jahrhunderts entstand um seine Herrschaft der Jülich-Klevische Erbfolgestreit. Johann Wilhelm von Jülich-Kleve-Berg-Mark und Ravensberg starb im Jahre 1609 kinderlos. Nach dem Erbrecht hatte seine älteste Schwester das nächste Anrecht auf die Länder. Da sie aber bereits 1608 gestorben war, ging das Anrecht auf ihre Tochter Anna über. Diese war verheiratet mit dem Kurfürsten Johann Sigismund von Brandenburg. Die zweite Schwester Wilhelms, Gemahlin des Pfalzgrafen von Pfalz-Neuburg, glaubte die Erbfolge für ihren Sohn Wolfgang Wilhelm beanspruchen zu können. Nach vielen Streitereien und kriegerischen Auseinandersetzungen schlossen Johann Sigismund und Wolfgang Wilhelm 1614 den Vertrag zu Xanten. Danach fielen Kleve, Mark und Ravensberg an Brandenburg, Jülich und Berg an Pfalz-Neuburg.
Als 100 Jahre später der Pfalz-Neuburger seine Residenz von Düsseldorf nach Heidelberg und bald darauf nach Mannheim verlegte, verlor unser Gebiet an politischer Bedeutung. Seit 1777 residierte der Herzog, der auch Kurfürst von Bayern geworden war, sogar in München. Hier mußte er 1801 auf Druck Frankreichs hin auf das Herzogtum Jülich verzichten.