Der seltsamste Pilger auf dem Michelsberg
In früherer Zeit bis in die 1950er Jahre hinein war es in der Michelsoktav üblich, dass auf dem letzten Wegstück zur Kapelle beiderseits Buden, Zelte und Stände aufgebaut waren, an denen es Erfrischungen, Kaffee, Kuchen, alkoholische Getränke und verschiedene Andenken zu kaufen gab. Es war auch schon einmal ein Groschenspiel dort, bei dem es kleine Gewinne gab.
Ein findiger Händler hatte in einem Jahr sein Zelt aufgebaut und mit einem Schild versehen: “Der schönste und seltenste Pilger auf dem Michelsberg”. Für einen kleinen Obolus konnte man einen Blick in das Zelt werfen. Jeder, der hineingeschaut hatte, verriet nicht, was er gesehen hatte, denn er wollte, dass die anderen auch angeschmiert wurden.
Ja, was war denn im Zelt zu sehen?
Der Händler hatte für den Transport seiner sieben Sachen zum Michelsberg einen Esel bemüht. Dieser Esel war nun in diesem Zelt zu bewundern.
Johann Joist, Mahlberg: Der seltenste Pilger auf dem Michelsberg. In: 1100 Jahre Mahlberg, 1993, Seite 102
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