Siedlungsplätze der Mittelsteinzeit am Michelsberg
Bereits in der Frühzeit war Mahlberg schon von Menschen besiedelt, was die Funde von Steinwerkzeugen am Michelsberg beweisen.
Altsteinzeitliche Funde in der Nähe sind schon seit längerem bekannt.
Eine vor- und frühgeschichtliche Besiedelung galt für die Mittelsteinzeit (Mesolithikum) im Kreis Euskirchen bisher als nicht nachgewiesen.
Im Jahre 1978 und bis 1986 fand ich mehrere Stücke wie Klingen, Spitzen, Mikrolithe und Absplisse. Von verschiedenen Fachmännern wurden die Fundstücke besichtigt und datiert. Unterhalb der Bergkuppe des Michelsberges, auf einem Plateau, fand ich 1981 auf einem umgepflügten Acker, heute Wiese, eine zinkenförmige Spitze aus Feuerstein. Weiterhin sind noch Schaber, Kern- und Reststeine gefunden worden.
Der neuerliche Fund eines Klopfsteines zum Aufrauhen von Mahlsteinen für Getreide aus der sogenannten Metallzeit beweist, daß Mahlberg auch in dieser Epoche nicht fundleer ist und von Menschen besiedelt war, die unsere Vorfahren sein können.
Im Bereich des oben erwähnten Plateaus gibt es einige versumpfte Tümpel und Quellmulden; talabwärts entspringt ein kleiner Bach. Sie dürften bereits in der Frühzeit als Wasserstellen genutzt worden sein.
Von der Gemarkung Zollstock, östlich des Dorfes, genießt man eine gute Fernsicht. Neben dem guten Geländeüberblick fanden die Steinzeitmenschen hier eine Quelle, deren Wasser heute in eine Viehtränke geleitet wird.
Während der mittleren Steinzeit zwischen 8000 und 4500 vor Christi Geburt lebten die Menschen in unserer Gegend als Jäger und Sammler. Die Pfeil- und Bogenjäger haben Großsäugetiere, wie Ur, Elch und Wisent erlegt. Hirsche, Rehe, Wildschweine, Schwäne, Enten und Wildhühner gehörten ebenfalls zur Jagdbeute. Wildbienenstöcke wurden geplündert und man sammelte Beeren, Nüsse, Wurzel- und Knollenpflanzen. Auch der Fischfang trug zur Ernährung bei.
Die Römer schätzten einige tausend Jahre später die geographisch günstige Lage und führten in unmittelbarer Nähe die Straße Bonn-Trier vorbei.
Edgar Faß